Schon seit Jahren schlendern wir an Wochenenden über Antik- und Flohmärkte. Als meine Frau anfing Terrinen zu sammeln hielten wir verstärkt Ausschau nach Porzellan. Kenntniss von Marken? Fehlanzeige! Gekauft wurde nach Gefallen. Es war wieder Sonntag und in einer Einkaufspassage in Düsseldorf war Antikmarkt. Wir zogen durch die mit Ständen gespickte Passage, als wir plötzlich bei einem Händler eine Terrine mit dazugehörender Sauciere sahen. Wunderschön! Das Geschirr war im Rokoko-Stil mit einem dezenten Buntdruck Alt-Wiener Blumen. Ich legte meiner Frau nahe, daß sie diese Terrine doch bestimmt haben wolle. Als ich den Händler nach dem Preis fragte und er uns diesen nannte, zog mich meine Frau mit den Worten auf die Seite: "Viel zu teuer! Die möchte ich nicht." Selbst die Hinweise des Händlers, daß es sich um Fraureuth Porzellan handelt, konnten sie nicht umstimmen. Während wir weiter durch die Gänge zogen schwärmte ich ständig von dieser Terrine. Letztenendes standen wir dann doch wieder vor dem Händler. Nach zähen Verhandlungen mit ihm (die meine Frau geführt hat) und diversen Zusprüchen von mir hatten wir sie dann endlich in der Hand; unsere ersten Fraureuthteile. Fraureuth? Jetzt wollten wir auch wissen, was wir da gekauft haben. Wir haben versucht (ohne Internet!), etwas über die Manufaktur Fraureuth herauszufinden. Es war uns jedoch schnell klar, daß es nicht viele Informationen außerhalb des Internet gab. Wochen später fanden wir auf einem Flohmarkt die gleiche Terrine mit einem anderen Dekor. Als wir auch diese gekauften waren wir vom Sammelfieber infiziert. Mit der wachsenden Sammlung und dem mittlerweile vorhandenen Internet kamen wir auch allmälig zu Informationen. 2003 gelang es dem deutschen Porzellanmuseum in Hohenberg / Eger und Frau Dr. S. Fraas der Porzellanfabrik Fraureuth AG wieder ein Gesicht in Form ihrer Dissertation -"Wachgeküßt - Verborgene Schätze der Fraureuther Porzellanfabrik" zu geben. Es wäre mir nicht möglich gewesen, ohne die jahrelangen Recherchen von Frau Dr. Fraas und die daraus entstandene Dissertation, diese Internetseite zu erstellen.
Die Porzellanfabrik Römer & Foedisch, später Fraureuth AG, eine Erfolgsgeschichte, die damals ihresgleichen suchte. In der nur ca. 61 jährigen Firmengeschichte entstand eine mit der größten und modernsten Porzellanfabriken des deutschen Reiches. Die Palette der Erzeugnisse war so umfangreich, daß keine Wünsche der Käufer offen blieben. Wirtschaftliche Schwierigkeiten der damaligen Zeit hat die Firma unbeschadet überstanden. Die Zeit wärend und nach dem 1. Weltkrieg brachte für die Fraureuth AG in allen Bereichen sogar die Blütezeiten der Firmengeschichte. Nicht zuletzt zeichneten die hohen Investitionen in eine zwar zukunftweisende, jedoch noch nicht ausgereifte Technik der Porzellanherstellung und die hieraus resultierenden hohen Produktionsausfällen dafür verantwortlich, daß die Firma binnen weniger Jahre dem Untergang geweiht war. So wurde mit der Eröffnung des Konkurses am 15. Juli 1926 das Ende der Firmengeschichte, welches mit der Löschung am 9. Oktober 1934 aus dem Handelsregister schloß, besiegelt. Obwohl noch bis in die 50´ger von verschiedenen Porzellanfabriken mit Zusätzen wie "Fraureuth" oder "Modell Fraureuth" geworben wurde, geriet die Porzellanfabrik Fraureuth AG in den folgenden Jahrzehnten in Vergessenheit. Heute ist die Manufaktur weitestgehens unbekannt.
So wurde durch unsere Neugierde bezüglich dieser Manufaktur der Jäger und Sammlertieb geweckt. Mittlerweile haben sich einige Stücke bei uns angesammelt und es würde uns freuen, wenn auch Sie Freude an diesen finden. Natürlich bin ich ständig auf der Suche und diese Seite wird mit neuen "Beutestücken" aktuallisiert. Für Anregungen und konstruktive Kritik bin ich stets dankbar. Kontakte mit Sammlern sind erwünscht . Bitte nutzen Sie hierzu das Kontaktformular. Ich wünsche Ihnen nun viel Spass beim stöbern auf meiner Website, die für eine Bildschirmauflösung von 1152x864 Pixel optimiert ist.
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Himmlische und irdische Liebe, Kunstabt. 1924-1926 Heavenly and earthly love, art department 1924-1926

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